Über das Glücklichsein angesichts Leid, Schuld und Tod

057Was bedeutet eigentlich Glücklichsein? Ist ein sinnvolles Leben gleichzeitig auch ein glückliches Leben? Und wie steht es um die Schattenseiten des Lebens, Leid und Tod, welche unweigerlich zum Dasein dazugehören?

Frankl sagt, „Happiness cannot be pursued. Happiness must ensue“ (auf Deutsch: Nach Glück kann man nicht streben, es muss sich einstellen). Im Buddhismus heißt es: „Säe in der Gegenwart und ernte in der Zukunft“. Der Philosoph Karl Jaspers sagt: „Nur wer tiefes Leid tief erfahren hat, kann wirklich glücklich werden, und zwar dadurch, dass er in diesem Leid einen Sinn sieht, der über ihn selbst hinausweist.“ Karl Jaspers sagt, es gibt vier Grenzsituationen menschlicher Existenz. Diese sind Leid, Schuld, Kampf und der Tod. Angesichts dieser unvermeidlichen Grenzsituation menschlicher Existenz wirklich glücklich zu werden, ist offensichtlich keine leichte Aufgabe. Ich habe einmal gehört, dass Leid kann (!) Sinn machen, aber eher in der Rückschau und dann aus der Perspektive des Betroffenen selbst. Über dieses Thema wurden schon umfassende Doktorarbeiten verfasst. Es handelt sich also um eine Fragestellung, die sich nicht so einfach beantworten lässt. Doch der Psychiater Manfred Lütz zeigt in seinem Buch „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden“, dass Glücklichsein angeblich doch möglich ist, angesichts der unvermeidlichen Grenzsituationen menschlicher Existenz. Es ist offensichtlich auch eine gewisse Frage dessen, wie man Glück definiert. Ein sinnvolles Leben zu führen bedeutet auch nicht immer ein glückliches Leben zu führen und umgekehrt. Sicherlich ist es leicht ein Buch darüber zu schreiben, wie Glück im Angesicht der Grenzsituationen menschlicher Existenz möglich ist. Das jedoch in der Praxis umzusetzen scheint mir eine schwierige Aufgabe zu sein. Zumindest in akuten und schweren Krisen ist dies meines Erachtens kaum möglich. Vielleicht kann dies jedoch tatsächlich im Nachhinein erreicht werden, durch eine dankbare, bewusste und sinnvolle Lebensführung. Im Buddhismus definiert Eckhard Tolle den Zustand der Erleuchtung als die „Abwesenheit allen Leids“. Das entspricht meines Erachtens nicht dem Verständnis von Viktor Frankl oder Manfred Lütz und entspricht auch nicht meinem Verständnis von Zufriedenheit. Frankl sagt, es ist nicht so wichtig, ob dein Leben mehr oder weniger leidvoll gewesen ist, sondern, ob es sinnvoll gewesen ist. Eine logotherapeutisch-orientiertes Coaching kann hier sicherlich sehr gute Ansätze liefern, um ein sinnvolles und möglichst glückliches Leben angesichts von Leid, Schuld, Kampf und Tod zu führen.

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